Moscheen errichten und mit Leben füllen

FREITAGSPREDIGT

Verehrte Muslime!

In der Frühzeit des Islams verrichtete unser Prophet ﷺ seine Gebete in der Nähe der Kaaba. Den Mekkanern gefiel das überhaupt nicht. Deshalb versuchten sie, ihn daran zu hindern. Aufgrund der schwierigen Lage richteten Sahâbis wie Ammar bin Yâsir (r) und Abû Bakr (r) Gebetsräume in ihren Häusern ein. Das erste Gemeinschaftsgebet in Mekka wurde in der Wohnung von Arkam bin Abil Arkam (r), in der Nähe des Hügels Safâ verrichtet. Hier nahmen auch viele Menschen den Islam an. Aus diesem Grund wurde Arkams Wohnung auch „Dâr al-Islâm“ (Haus des Islams) genannt. Erst nachdem Umar (r) den Islam angenommen hatte, konnten die Muslime unter seinem Schutz direkt bei der Kaaba beten.

Liebe Geschwister!

Wo auch immer sich Muslime niederließen, bauten sie als erstes Gebetsstätten und Moscheen. Als die ersten Muslime von Mekka nach Medina auswanderten, gestalteten sie als erstes einen Dattelhain bei Kubâ zur Gebetsstätte um. Während seiner Hidschra nach Medina verbrachte unser Prophet ﷺ einige Tage an diesem Ort. Während seines Aufenthaltes ließ er den Gebetsplatz ausbauen und errichtete dort die berühmte Kubâ-Moschee. Über diese Moschee heißt es im Koran: „Gewiss, eine Moschee, die vom ersten Tag an auf Frömmigkeit gegründet wurde hat mehr Anrecht darauf, dass du in ihr betest. In ihr sind Leute, die sich zu läutern wünschen; und Allah liebt die sich Läuternden.“[1]
Als unser Prophet ﷺ schließlich Medina erreichte, ließ er zunächst den Gebetsplatz von As‘ad bin Zurâra (r) vergrößern, noch bevor er seine eigene Wohnung baute. Dieser Gebetsplatz ist uns bis heute noch als „ar-Rawda al-Mutahhara“ in der Prophetenmoschee erhalten.

Verehrte Muslime!

Dem Beispiel des Propheten folgend errichten Muslime dort, wo sie leben, Gebetsstätten und Moscheen. Auch Muslime in Europa, von denen viele vor langer Zeit eingewandert sind, bauen in ihrer neuen Heimat Moscheen. Heute gibt es in ganz Europa Tausende solcher Bauten. Inschallah wird unsere Gemeinschaft mit Allahs Erlaubnis in Frankreich den europaweit größten Moscheekomplex errichten. Für Muslime in Europa ist der Bau von Moscheen eine besonders mühevolle Aufgabe. In jedem Fall aber ist es eine Ehre, Moscheen bauen zu können. Im Koran heißt es: „Betreuen und besuchen sollte die Moscheen Allahs nur, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und das Gebet verrichtet und die Zakat zahlt und Allah allein fürchtet. Diese mögen zu den Rechtgeleiteten gehören.“[2] Unser Prophet ﷺ hob die Wichtigkeit, Moscheen zu errichten, ebenfalls hervor, indem er sagte: „Wer um Allahs Willen eine Moschee baut, in der seinem Namen gedacht wird, dem wird Allah (im Gegenzug dazu) ein Haus im Paradies erbauen.[3]

Auch wir und unsere Gemeinschaft gehören zu denjenigen, die dieser ehrenvollen Aufgabe nachkommen. Jeder von uns kann sich an der Umsetzung beteiligen, indem wir Teil der Moscheegemeinden werden, diese als Mitglied unterstützen und andere dazu anregen. Auch die Unterstützung der aktuellen Mitgliedschaftskampagne für unsere Moscheen ist eine gute Möglichkeit hierfür.

Möge Allah uns ermöglichen, neue Moscheen zu errichten und diese mit Leben zu füllen. Möge er unsere guten Taten annehmen. Âmîn.

[1] Sure Tawba, 9:108
[2] Sure Tawba, 9:18
[3] Musnad, Ahmad bin Hanbal, Hadith Nr. 126

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