PRESSEMITTEILUNG

Weltfrauentag – Chancengleichheit auch für Musliminnen

„In die Debatte um Chancengleichheit gehört die Diskussion um faktische Arbeitsverbote für Musliminnen. Der Gesetzgeber ist dringend aufgefordert, Abhilfe zu schaffen“, erklärt Handan Yazıcı, Vorsitzende der Frauenorganisation der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG). Anlass ist der Weltfrauentag, der jährlich am 8. März begangen wird. Handan Yazıcı weiter:

„In der hiesigen Frauen-Debatte geht es überwiegend um Chancengleichheit im Beruf. Frauen müssen die gleichen Aufstiegschancen haben und bei gleicher Arbeit genauso viel verdienen wie Männer. In der Politik müssen Frauen gleichermaßen vertreten sein, der Frauenanteil in den Parlamenten muss deutlich steigen. Das sind wichtige Anliegen.

Wir müssen in dieser Debatte aber auch über mehrfache Diskriminierungen von Frauen reden. Betroffen sind Minderheiten, die nicht nur von den allgemeinen Benachteiligungen, denen Frauen ausgesetzt sind, sondern auch aufgrund anderer Merkmale mehrfach diskriminiert werden.

Etwa fünf Prozent der weiblichen Bevölkerung in Deutschland ist muslimisch. Die, die aufgrund ihrer Kleidung als Muslimin zu erkennen sind, dürfen beispielsweise nicht als Lehrerinnen oder Richterinnen arbeiten, ihnen werden nahezu alle Beamtenberufe vorenthalten. In bestimmten Gebäuden dürfen sie nur als Putzfrau tätig sein – trotz Prädikatsexamen.

Diesem schlechten Beispiel des Staates folgen immer häufiger Arbeitgeber in der Privatwirtschaft. Immer mehr Arbeitgeber nehmen sich den Staat als Vorbild. Das muss ein Ende haben. Der Gesetzgeber ist dringend aufgefordert, staatliche Verbote aufzuheben, die in der Praxis faktisch nur Musliminnen treffen und sie von der Arbeitswelt ausschließen.“